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Geschichte |
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Die Entstehung des Ju-Jitsu |
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| Ju-Jitsu (in Europa als
Jiu-Jitsu) bekannt ist zusammengesetzt aus den beiden Wörtern 'Ju', was
soviel wie nachgeben oder ausweichen bedeutet und 'Jitsu', welches mit Kunst
oder Kunstgriff über setzt werden kann. Somit wurde Ju-Jitsu als „Die sanfte Kunst!“ übersetzt. Ju-Jitsu ist die Kunst durch Nachgeben und Ausweichen um mit der Kraft des Gegners zu siegen. Die Anfänge des Ju-Jitsu bleiben, wie bei vielen anderen Kampfsportarten auch, in der Vergangenheit verborgen. So ist das Ju-Jitsu eine der ältesten asiatischen Kampfkünste. Wenn man nach dem Ursprung sucht, könnte man sich fragen: "Wer hat den Kampfsport überhaupt erfunden?" Nach der ersten "Schlägerei" in der Geschichte der Menschheit, wird sich der Unterlegene wohl gefragt haben: „Was kann ich tun, um meinen Gegner das nächste mal schlagen zu können?“ Das muss der Ursprung des Kampfsportes gewesen sein, und damit auch des Ju-Jitsu. Angeblich soll ein junger Chinese einmal gesehen haben, wie ein kleiner Baum dem Sturm nachgab und dadurch unversehrt blieb. Dies soll ihn zur Schaffung des Ju-Jitsu, der sanften Kunst, angeregt haben. Ziemlich sicher ist es, dass die Ursprünge des Ju-Jitsu in China liegen und im Laufe der Zeit von den Japanern übernommen wurden. Die ersten nachvollziehbaren Informationen über Ju-Jitsu stammen aus dem Jahre 1650. Zu dieser Zeit lebte in Japan ein Chinese namens Gembin, der die Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung beherrschte. Er lehrte die Techniken drei Samurais. Die Samurai-Krieger lernten sich mit bloßen Händen gegen Angreifer zu verteidigen. Dabei wird der Gegner geschlagen, getreten, geworfen, gehebelt, gewürgt oder am Boden festgehalten. All diese Techniken wurden speziell für den Einsatz gegen stärkere Gegner bzw. Bewaffnete entwickelt und von den Samurais streng geheim gehalten. Sie nannten das System Ju-Jitsu. Es ist somit unbestritten chinesischen Ursprungs, wurde aber durch die Japaner perfektioniert und weltweit bekannt gemacht. Die heutige Auffassung des Ju-Jitsu stammt aus der Meiji-Zeit (1868-1912) Als der Feudalismus aufgehoben und den Samurai verboten wurde, Schwerter zu tragen. Darum musste erlernt werden, ohne Waffen zu kämpfen. 1885 setzte sich der deutsche Hofrat Dr. Erwin Bälz, welcher als Dozent der Medizin an der Universität in Tokio von 1876 bis 1902 beschäftigt war, dafür ein, diese Kampfsportart als Mittel gegen den schlechten körperlichen Zustand seiner Studenten einzusetzen. Somit wurde das Ju-Jitsu an den Universitäten gelehrt. Jigoro Kano, ein damaliger Student des Hofrates Dr. Erwin BÄLZ war einer der ersten Anhänger dieser Kampfsportart. Er eröffnete 1882 eine eigene Kampfsportschule, in welcher er aber nicht das herkömmliche Ju-Jitsu, sondern sein eigenes System, Judo - den "sanften Weg", lehrte. Aus verschieden Stilrichtungen entnahm Baron Jigoro Kano vorwiegend Würfe und Hebel und so entwickelte er später aus Ju-Jitsu Judo. Kano hatte sehr viel Einfluss und machte damit Ju-Jitsu und Judo in relativ kurzer Zeit in ganz Japan und im Ausland populär. Etwa um 1900 wurde Ju-Jitsu hauptsächlich von den Matrosen nach Europa übermittelt. So wurden schon bald in verschiedenen europäischen Ländern diese Techniken von Militär und Polizei übernommen. 1906 wurde die erste Kampfsportschule in Deutschland von Erich Rahn, welcher Ju-Jitsu und Judo in Japan erlernt hatte, eröffnet. In der Folgezeit nahm die Zahl der Ju-Jitsu Anhänger stetig zu, und die Techniken wurden weiterentwickelt. Ein einheitliches System gab es dennoch nicht und ist bis heute so geblieben. Ju-Jitsu hat eine solche breite Geschichte, dass es unvermeidlich war, dass andere Selbstverteidigungskünste bzw. -wege daraus entstanden sind. Judo (sanfter Weg) und Aikido (der Weg des Geistes und der Seele) können im direkten Weg zu Ju-Jitsu zurückverfolgt werden. Viele Stile von Karate (leere Hand), speziell Kempo weisen einige Techniken aus dem Ju-Jitsu auf. Die Elemente des Ju-Jitsu wurden in den drei Kampfkünsten Judo, Aikido und Karate weiterentwickelt und spezialisiert. Im heutigen Ju-Jitsu werden diese Erkenntnisse zu einer modernen und wirkungsvollen Selbstverteidigung zusammengeschlossen. Im Gegensatz zu den Budopraktiken Judo, Aikido und Karate, ist Ju-Jitsu ein umfassendes Selbstverteidigungssystem. So fehlen dem Karateka die Fallübungen, Hebel, Würfe und Würger, dem Aikidoka und Judoka die Tritte, Stöße, Schläge und Blocktechniken. Dem Jiuka stehen sowohl harte als auch weiche Techniken zur Verfügung. Unter den harten Techniken versteht man Schläge, Stöße und Tritte, welche schwere Verletzungen bewirken oder gar zum Tode führen können. Die Wurftechniken, auf hartem Boden ausgeführt, zählen ebenfalls zu den harten Techniken. Die weichen Techniken ermöglichen dem Jiuka einen Angreifer abzuwehren bzw. unter Kontrolle zu halten, ohne ihn ernsthaft verletzen zu müssen. Dazu zählen sämtliche Block-, Hebel- und Würgetechniken. Weil im Ju-Jitsu der "Straßenkampf", also "die eigentliche Selbstverteidigung", gelehrt wird, ist es grundsätzlich für Erwachsene gedacht und wird für Kinder meist in abgeänderter Form als Mix zwischen Judo und Karate, aber mit wenig Aikidotechniken als so genanntes Jiu-Do angeboten. Das Ziel von Ju-Jitsu ist es, die Verteidigungstechniken so zu trainieren, dass die Bewegungsabläufe zu automatischen Reflexen im Unterbewusstsein werden und dadurch im Ernstfall ohne Verzögerung zur Verfügung stehen. |